Beim 6. Energiestammtisch der Energienachbarschaft Walstedde eG drehte sich alles um die Wirtschaftlichkeit von Batteriespeichern. Am 16. September 2026 kamen interessierte Bürgerinnen und Bürger im Pfarrheim St. Lambertus in Walstedde zusammen, um sich mit einer zentralen Frage der Energiewende im eigenen Zuhause zu beschäftigen: Lohnt sich ein Batteriespeicher für die Photovoltaikanlage tatsächlich – und wann ist die Investition wirtschaftlich sinnvoll?

Als Referenten begrüßte die Energienachbarschaft Rüdiger Brechler und Jan Pohlmann von der Werkbank Sektorenkopplung am Institut für Sektorenkopplung in der Energiewende (IfSK) der Hochschule Hamm-Lippstadt.

Vom Sonnenstrom zur eigenen Stromversorgung

Zu Beginn des Abends wurde zunächst ein Überblick über die Situation der Teilnehmenden gewonnen. Dabei wurde abgefragt, wer bereits eine Photovoltaikanlage betreibt, wer zusätzlich einen Batteriespeicher nutzt und bei wem weitere Verbraucher wie eine Wärmepumpe oder ein Elektroauto in das eigene Energiesystem eingebunden sind.

Diese Bestandsaufnahme zeigte zugleich, wie unterschiedlich die Ausgangssituationen bei der Nutzung von Solarstrom sein können.

Batteriespeicher - Sinnvoll oder einfach nur zu teuer?

Im anschließenden Vortrag erläuterten die Referenten die technischen Grundlagen von Photovoltaikanlagen und Batteriespeichern. Im Mittelpunkt stand dabei insbesondere die Frage, wie sich der selbst erzeugte Solarstrom möglichst effizient nutzen lässt.

Ein Batteriespeicher ermöglicht es, tagsüber erzeugten, aber nicht unmittelbar benötigten Solarstrom zwischenzuspeichern und zu einem späteren Zeitpunkt zu verbrauchen. Dadurch kann die Eigenverbrauchsquote deutlich erhöht und der Bezug von Strom aus dem öffentlichen Netz reduziert werden.

Speicherpreise deutlich gesunken

Ein wesentlicher Aspekt des Vortrags war die Entwicklung der Investitionskosten. Während sich die Preise für Photovoltaikanlagen in den vergangenen Jahren etwa halbiert haben, sind auch Batteriespeicher erheblich günstiger geworden.

Parallel dazu hat sich die Verbreitung von Batteriespeichern sehr dynamisch entwickelt. Was vor einigen Jahren häufig noch als teure Ergänzung einer PV-Anlage galt, ist inzwischen für viele Haushalte eine wirtschaftlich interessante Option.

Doch nicht allein der Anschaffungspreis entscheidet über die Wirtschaftlichkeit. Ebenso wichtig sind die Größe des Speichers, der Stromverbrauch des Haushalts, die Anlagengröße und die jeweilige Einspeisevergütung.

Komponenten einer PV-Anlage

Wirtschaftlichkeit: Mit oder ohne Batteriespeicher?

Anhand konkreter Rechenbeispiele für einen Vierpersonenhaushalt mit einem jährlichen Stromverbrauch von 5.500 kWh wurden verschiedene Szenarien miteinander verglichen:

  • Ein Haushalt ohne Photovoltaikanlage

  • Eine Photovoltaikanlage mit 10 kWp ohne Batteriespeicher

  • Eine Photovoltaikanlage mit Batteriespeicher in unterschiedlichen Größen

Dabei betrachteten die Referenten sowohl die Wirtschaftlichkeit unter Berücksichtigung der Einspeisevergütung als auch Szenarien ohne Einspeisevergütung.

Photovoltaik mit Einspeisevergütung

Für eine im Jahr 2026 errichtete Photovoltaikanlage wurde deutlich, dass ein Batteriespeicher die Wirtschaftlichkeit verbessern kann. Im betrachteten Rechenbeispiel erwies sich ein Speicher mit 5 kWh Kapazität als besonders wirtschaftlich.

Die errechnete Amortisationszeit lag bei etwa acht bis neun Jahren.

Das Beispiel verdeutlichte zugleich, dass ein möglichst großer Batteriespeicher nicht automatisch die wirtschaftlichste Lösung ist. Entscheidend ist vielmehr, dass Speicherkapazität und Stromverbrauch aufeinander abgestimmt werden.

Wirtschaftlicher Vergleich

Was ändert sich bei einer möglichen Abschaffung der Einspeisevergütung?

Einen weiteren Schwerpunkt bildete die mögliche zukünftige Entwicklung der gesetzlichen Rahmenbedingungen.

Diskutiert wurde ein zum Zeitpunkt der Veranstaltung vorliegender Gesetzentwurf zur möglichen Änderung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG). Die darin betrachteten Regelungen sehen unter anderem eine Übergangszahlung für drei Jahre und anschließend eine Direktvermarktung oder eine Einspeisung ohne Vergütung vor.

Wichtig: Dabei handelt es sich um diskutierte Gesetzesänderungen, nicht um bereits geltendes Recht.

Im Zusammenhang mit diesen möglichen Änderungen wurden auch eine Begrenzung der Einspeiseleistung auf maximal 50 Prozent der installierten Anlagenleistung sowie die Bedeutung einer intelligenten Batteriesteuerung erläutert.

Ein Batteriespeicher könnte unter solchen Rahmenbedingungen eine zusätzliche Rolle übernehmen: Überschüssiger Solarstrom wird nicht einfach ins Netz eingespeist, sondern gespeichert und später im eigenen Haushalt genutzt.

Die Wirtschaftlichkeit ohne Einspeisevergütung

Auch für dieses Szenario wurden die Amortisationszeiten der verschiedenen Anlagenkonfigurationen betrachtet.

Die vorgestellten Berechnungen ergaben folgende Größenordnungen:

Anlagenkonfiguration

Amortisationszeit

Photovoltaik ohne Batteriespeicher

ca. 14–17 Jahre

Photovoltaik mit 5 kWh Speicher

ca. 10–12 Jahre

Photovoltaik mit 10 kWh Speicher

ca. 10–12 Jahre

Die Ergebnisse zeigen, dass sich die Wirtschaftlichkeit eines Batteriespeichers insbesondere dann verändert, wenn für eingespeisten Strom keine Vergütung mehr erzielt werden kann.

Wirtschaftlichkeit unter geänderten Rahmenbedingungen

Batteriespeicher nachrüsten: Was ist bei Bestandsanlagen zu beachten?

Nicht jeder Haushalt plant eine neue Photovoltaikanlage. Viele Anlagen sind bereits seit Jahren in Betrieb und verfügen noch über keinen Batteriespeicher.

Daher wurde auch die Frage behandelt, unter welchen Bedingungen sich eine Nachrüstung lohnt und wie teuer diese maximal sein darf, damit sie wirtschaftlich bleibt.

Ein wichtiger technischer Aspekt ist dabei die Wahl des Wechselrichters.

Grundsätzlich wurden zwei Varianten gegenübergestellt:

  • Hybridwechselrichter: Ein Gerät übernimmt die Umwandlung des Solarstroms und die Einbindung des Batteriespeichers. Bei einer Neuinstallation kann diese Lösung Vorteile bieten.

  • Separater Batterie-Wechselrichter: Die bestehende PV-Anlage bleibt mit ihrem bisherigen Wechselrichter in Betrieb. Der Batteriespeicher wird über einen zusätzlichen Wechselrichter auf der Wechselstromseite eingebunden. Das kann insbesondere bei Bestandsanlagen eine Möglichkeit zur Nachrüstung sein.

Welche Variante sinnvoll ist, hängt unter anderem von der vorhandenen Anlagentechnik, den Investitionskosten und den individuellen Verbrauchsgewohnheiten ab.

Gerade bei älteren Photovoltaikanlagen sollte deshalb nicht nur der Speicherpreis betrachtet werden. Entscheidend ist, welche zusätzlichen Kosten für die technische Einbindung entstehen und wie viel des gespeicherten Stroms später tatsächlich selbst genutzt werden kann.

Wie teuer darf eine Batterie sein?

Fazit: Die richtige Speichergröße ist entscheidend

Der 6. Energiestammtisch machte deutlich, dass Batteriespeicher inzwischen eine wirtschaftlich interessante Ergänzung von Photovoltaikanlagen sein können.

Die wichtigsten Erkenntnisse des Abends:

  • Die Preise für Photovoltaikanlagen und Batteriespeicher sind in den vergangenen Jahren deutlich gesunken.

  • Batteriespeicher erhöhen die Eigenverbrauchsquote und reduzieren den Strombezug aus dem Netz.

  • Sinkende oder wegfallende Einspeisevergütungen können die Wirtschaftlichkeit eines Speichers weiter verbessern.

  • Auch eine Nachrüstung bei bestehenden Photovoltaikanlagen kann sinnvoll sein.

  • Die Speichergröße muss zum tatsächlichen Stromverbrauch und zur PV-Anlage passen. Ein größerer Speicher ist nicht automatisch wirtschaftlicher.

Die vorgestellten Berechnungen lieferten eine gute Grundlage, um die eigene Situation besser einschätzen zu können. Gleichzeitig wurde deutlich, dass jede Anlage individuell betrachtet werden muss.

Die Energienachbarschaft Walstedde eG bedankt sich bei Rüdiger Brechler und Jan Pohlmann für den informativen Vortrag und bei allen Gästen für den interessierten Austausch.

Fazit

Die vollständige Präsentation können Sie hier herunterladen: